Ortschaftsanzeiger Grüna / Mittelbach
Baumgarten
der fliegende Oberförster aus Grüna >weiter
Wie war es früher?
Der Heimatverein unterhält sich mit älteren Grünaern:
Im Gespräch mit Gunther und Bernhard Köhler
Im Gespräch mit Lotte Schroth
Im Gespräch mit Heinz Ullrich
Im Gespräch mit Hans May und Brunhilde Richtsteiger
Im Gespräch mit Herta Krumbiegel
Im Gespräch mit Herbert Bauer
Im Gespräch mit Mario und Herbert Lorenz
Im Gespräch mit Roland Nestler
Im Gespräch mit Jochen Dickert
Im Gespräch mit Marianne Dell‘Agnese
Im Gespräch mit Walter Semmler
Im Gespräch mit Rolf Frenzel
Veranstaltungen
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Gespräch mit Gunther und Bernhard Köhler
Zu denen, die die Entwicklung Grünas besonders nach 1990 maßgeblich mitbestimmt haben, gehörte Martin Köhler, für die Freie Wahlgemeinschaft in den 1. Gemeinderat unter Bürgermeister Gerhard Traetz gewählt und Vorsitzender des Bauausschusses. Viel Persönliches über ihren 2010 verstorbenen Vater, dessen Firma sie gemeinsam weiterführen, erfuhren wir im
„Baugeschäft Emil Köhler“ – der Name erinnert an ihren Urgroßvater. Als die Baugenossenschaft Grüna nach dem 1. Weltkrieg und der Inflation neue Häuser plante und diese Vorhaben ab 1926 in Eigenregie realisieren wollte, waren Kurt Wolf für die Zimmerleute und Emil Köhler für die Maurer zuständig. Letzterer konnte das, er war schon als junger Maurer für die Firma Schreiter beim Kirchenbau in Grüna dabei und hatte seither als Polier Erfahrungen gesammelt. 1930 – die Eigenregie war untersagt – gründete er gemeinsam mit Herbert Weise das Baugeschäft. Beide arbeiteten weiter im Auftrag der Genossenschaft, Häuser an der Damaschkestraße, Neustädter Straße, Baumgartenstraße, Pleißaer Straße und am Genossenschaftsweg folgten. Dann machte der 2. Weltkrieg alle Baupläne zunichte.
Emil Köhler hatte drei Söhne: Kurt, Max und Paul. Sie lernten und arbeiteten alle im Maschinenbau. Erst an den Enkel, Martin Köhler, konnte der Senior, mit über 80 Jahren und fast erblindet, 1954 sein Lebenswerk übergeben. Dabei hatte auch dieser in den Wanderer-Werken Dreher gelernt. Seine Lehre „durfte“ er vorzeitig beenden, weil er zur Flak eingezogen wurde. Bei Parchim kam er in amerikanische Gefangenschaft, konnte bei einem Transport fliehen und sich nach Grüna durchschlagen. Nicht alle hatten das Glück, auch Maurer der Firma Köhler kehrten wie so viele nicht aus dem Krieg zurück.
Martin Köhler (verst. 2010) und seine Söhne Gunther und Bernhard (v.l.)
Die Wanderer-Werke waren 1945 Ruinen, die erhalten gebliebenen Maschinen als Reparationsleistungen zur Wiedergutmachung der Kriegsschäden demontiert und abtransportiert. Überall musste aufgebaut werden. Im Baugewerbe sah Martin Köhler seine Zukunft, sicher auch angeregt von seinem Großvater. Er absolvierte eine Lehre in der Baufirma Lugert (Oberfrohnaer Straße), erwarb den Meisterabschluss und übernahm die Firma seines Großvaters am 1. Januar 1954. Aus der Konkursmasse der Flachsfabrik kaufte er später das Gelände und das Haus Neustädter Straße 5. Der Bauhof wurde daraufhin von der Bergstraße 3 hierher verlagert. -->weiter

